ACO PRO

Amphibien auf Wanderschaft
Bestimmungshilfe für Amphibien

In Zusammenarbeit mit dem Institut für Naturschutzforschung e. V. haben wir Informationsblätter der 10 häufigsten Amphibienarten erstellt.
Mit den naturgetreuen Zeichnungen der Künstlerin Ivana Koubek erhält der interessierte Laie, Aktivist und Fachmann genaue Informationen zur Bestimmung der Amphibien Springfrosch, Moorfrosch, Teichmolch, Bergmolch, Erdkröte, Grasfrosch, Teichfrosch, Kammolch, Fadenmolch und der Knoblauchkröte.

Tipp: 

Speziell wenn Sie die Bestimmungshilfe für Ihre Arbeit in der freien Natur nutzen wollen, empfehlen wir Ihnen die Ausdrucke am Rahmen entlang auszuschneiden und zu laminieren (jeder etwas größere Copy-Shop bietet dazu die Möglichkeit). Wenn Sie dann die einzelnen, laminierten Seiten in der oberen Ecke mit einer Niete verbinden, haben Sie einen handlichen "Informationsfächer", der in jede Tasche passt, jeder Witterung standhält und Ihnen bei der Bestimmung der Amphibienarten von großem Wert sein wird.

Der Springfrosch ist ein Bewohner lichter Laub- und Feuchtwälder, in denen er bevorzugt Schonungen, Schneisen oder Lichtungen aufsucht.

weiblich: Kopf-Rumpflänge bis zu circa 90 mm
männlich: Kopf-Rumpflänge bis zu circa 80 mm

  1. Die Schnauze ist zugespitzt, manchmal auch leicht abgerundet und lang
  2. Die Pupille ist waagerecht und elliptisch
  3. Das in einem dunklen Schläfenfleck eingebettete Trommelfell erreicht fast den Durchmesser des Auges, hinter dessen Hinterrand es dicht liegt.
  4. Die meist schmalen - manchmal schwach entwickelten und unterbrochenen - Drüsenleisten verlaufen - über der Ohrgegend beginnend - auf der Rückseite der glatten Haut relativ weit auseinander.
  5. Das auffällig gebänderte lange Bein läßt sich mit der Ferse deutlich über die Schnauze strecken.
  6. Ein vor der 1.,der kürzesten, Zehe befindlicher Fersenhöcker ist durchschnittlich entwickelt. Schwimmhäute reichen zur Hälfte der längsten der 5 Zehen.
  7. Die etwas zierlicheren Männchen haben verdickte Arme. Zur Fortpflanzungszeit sind ihre Daumenschwielen dunkel pigmentiert. Die paarigen Schallblasen lassen sich nicht ausstülpen


Der Moorfrosch findet sich vor allem in Nieder- und Zwischenmooren, Au- und Bruchwäldern, Weichholzauen und Gewässerverlandungsbereichen.

weiblich: Kopf-Rumpflänge bis circa 70 mm
männlich: Kopf-Rumpflänge bis circa 70 mm

  1. Die kurze Schnauze läuft spitz zu
  2. Die Pupille steht waagerecht und ist elliptisch
  3. Das in einem dunklen Schläfenfleck liegende Trommelfell ist deutlich sichtbar, erreicht etwa 2/3 des Durchmessers des Auges
  4. Die kräftigen, fast gerade verlaufenden, oft hellen und stark hervor springenden Drüsenleisten verlaufen - über der Ohrgegend beginnend - auf der Rückseite der glatten Haut relativ eng beieinander
  5. Das Bein läßt sich mit der Ferse beim Weibchen bis zum Auge, beim Männchen bis zur Schnauze strecken
  6. Ein vor der 1., der kürzesten, Zehe befindlicher Fersenhöcker ist hochgewölbt und hart.
  7. Schwimmhäute reichen zur Hälfte der längsten der 5 Zehen
  8. Die Männchen haben verdickte Arme. Zur Fortpflanzungszeit sind ihre Daumenschielen dunkel pigmentiert. Die paarigen Schallblasen lassen sich nicht ausstülpen


Der Teichmolch ist im Flachland die häufigste Molchart und findet sich in fast allen Lebensräumen der freien Landschaft. Er gilt als Kulturfolger.

weiblich/männlich: Länge bis zu circa 110 mm

  1. Der Kopf ist eher kurz, schmal und an der Schnauze abgerundet. Auf seiner Oberseite finden sich frei Längsfurchen. Hinter dem Auge ist - meist schwer sichtbar - eine Ohrdrüse ausgebildet. Am Kopf finden sich 5-7 dunkle Längsbinden
  2. Eine Kehlfalte ist meist nur undeutlich zu sehen.
  3. Der Bauch des Männchens ist intensiv orangerot und mit größeren schwarzen Flecken besetzt; der gelborange Bauch des Weibchens ist kleinfleckiger
  4. An der Körperseite verläuft ein heller Streifen, dem beim Männchen ober- und unterhalb zwei weitere dunklere Linien parallellaufen
  5. In Wassertracht (B) bildet sich beim Männchen ein gewellter Rückenkamm, der ohne Unterbrechung in den Schwanzflossensaum übergeht. Bei A und C ist die Rückenleiste nur sehr niedrig
  6. Der Schwanz ist seitlich zusammengedrückt und macht die halben Körperlänge aus
  7. Männchen besitzen eine stärker gewölbte Kloake (s. Abb. D)

A Weibchen in Landtracht
B Männchen in Wassertracht
C Männchen in Landtracht

Der Bergmolch ist im Berg- und Hügelland die häufigste Molchart. Er besiedelt auch das Hochgebirge; unterhalb der Baumgrenze ist er an Wald gebunden.

weiblich: Gesamtlänge bis über circa 120 mm
männlich: Gesamtlänge bis über circa 90 mm

  1. Der Kopf ist relativ flach, breit und an der Schnauze abgerundet. Auf seiner Oberseite finden sich keine Längsfurchen
  2. Eine deutliche Kehlfalte ist ausgebildet.
  3. Der Bauch ist fast immer ungefleckt und intensiv orangerot bis gelborange gefärbt.
  4. An der Körperseite findet sich oft ein Gittermuster, unter dem in Wassertracht (B) ein blaues Farbband verläuft.
  5. In Wassertracht (B) bildet sich beim Männchen eine niedrige Rückenleiste aus, die ohne Unterbrechung in einen relativ hohen Schwanzflossensaum übergeht. Bei A und C ist die Rückenleiste nur angedeutet.
  6. Der Schwanz ist seitlich zusammengedrückt und kürzer als die halbe Körperlänge.
  7. Die Männchen besitzen eine stärker gewölbte Kloake, die mit großen schwarzen Tupfen besetzt ist (vgl. Abb. D Teichmolch).

    A Weibchen in Landtracht
    B Männchen in Wassertracht
    C Männchen in Landtracht

Die Erdkröte ist vor allem an Waldbestände gebunden, findet sich aber auch in Städten, in der offenen Landschaft und oberhalb der Baumgrenze.

weiblich: Kopf-Rumpflänge bis zu circa 110 mm
männlich: Kopf-Rumpflänge bis zu circa 85 mm

  1. Die Schnauze ist kurz und breit.
  2. Die Iris glänzt kupferfarben bis rotgolden, die Pupille ist waagerecht elliptisch.
  3. Die Erdkröte hat große, halbmondförmig nach hinten auseinanderweichende Ohrdrüsen; das Trommelfell (unter dem Vorderansatz der Ohrdrüse) ist meist deutlich sichtbar, manchmal klein oder fehlt (wie beim abgebildeten Tier).
  4. Die Haut weist viele große Warzen auf.
  5. Die kurzen Beine des Weibchen lassen sich mit der Ferse bis zur Achsel strecken, die längeren des Männchens bis zum Ansatz der Ohrdrüse.
  6. Schwimmhäute reichen bis zur Hälfte der längsten der fünf Zehen; auf den Zehenunterseiten finden sich paarförmig angelegte Gelenkhöckerchen.
  7. Die Arme des Männchens sind dicker als die des Weibchens; die Männchen haben an ihren ersten drei Fingern (Brunst-) Schwielen, die dunkel pigmentiert sein können; eine Schallblase fehlt.

Der Grasfrosch besiedelt eine Vielzahl unterschiedlicher Lebensräume, bevorzugt aber schattige und kühle Standorte.

weiblich: Kopf-Rumpflänge bis knapp über 110 mm
männlich: Kopf-Rumpflänge bis circa 110 mm

  1. Die Schnauze ist stumpf und gerundet, der Kopf ist breit
  2. Die Pupille steht waagerecht elliptisch.
  3. Das in einen dunklen Schläfenfleck eingebettete deutlich sichtbare Trommelfell hat einen kleineren Durchmesser als das Auge.
  4. Eine schmale, nicht stark hervortretende, bogenförmig geschwungene Drüsenleiste verläuft - über der Ohrgegend beginnend - auf jeder Rückenseite der glatten Haut.
  5. Das Bein läßt sich mit der Ferse bis zum Auge, aber nie bis zur Schnauze strecken.
  6. Ein vor der 1., der kürzesten, Zehe befindlicher Fersenhöcker ist klein und weich.
    Schwimmhäute reichen zur Hälfte der längsten der 5 Zehen.
  7. Die Männchen haben verdickte Arme. Zur Fortpflanzungszeit sind ihre Daumenschwielen dunkel pigmentiert. Die paarigen Schallblasen des Grasfroschmännchens befinden sich in der Kehle und lassen sich nicht herausstülpen.

Der Teichfrosch ist nur Zufallsgast im Amphibientunnel. Er lebt an Teichen, Seen, Weihern, Gräbern, Wald- und Wiesentümpeln, Flußufern, Altwässern. Er ist Hybrid aus Seefrosch und kl. Teichfrosch und steht im Aussehen zwischen ihnen.

weiblich: Kopf-Rumpflänge bis zu circa 120 mm
männlich: Kopf-Rumpflänge bis zu circa 90 mm

  1. Der Kopf ist leicht zugespitzt.
  2. Die waagerecht orientierte Pupille der relativ dicht beieinander liegenden Augen ist fast rund.
  3. Das Trommelfell ist gut sichtbar. Sein Durchmesser beträgt etwa 3/4 dessen des Auges. Ein dunkler Schläfenfleck fehlt gewöhnlich.
  4. Die hinter dem Auge beginnenden breiten und deutlichen Drüsenleisten verlaufen beiderseits bis in die Lendengegend. Der Rückenmitte zieht sich oft ein gelblich-grüner "Aalstrich" entlang.
  5. Die gut entwickelten kräftigen Beine lassen sich mit der Ferse bis in die Augenhöhe strecken.
  6. Die Füße weisen entsprechend der ganzjährigen Lebensweise im und am Wasser große Schwimmhäute auf, die bis zur Spitze der längsten der 5 Zehen reichen.
  7. Das Männchen hat äußere Schallblasen, die es durch eine Längsspalte hinter dem Mund hervorstülpen kann. Zur Paarungszeit sind seine Daumenschwielen dunkel pigmentiert.

Der Kammmolch bewohnt die freie Landschaft, findet sich aber auch in lichten Waldgebieten, insbesondere auch in Auwäldern.

weiblich: Gesamtlänge bis zu circa 200 mm
männlich: Gesamtlänge bis zu circa 160 mm

  1. Der Kopf ist relativ flach und breit.
  2. Eine deutliche Kehlfalte ist ausgebildet.
  3. Der Bauch ist orangerot bis gelborange gefärbt und weist ein Muster schwarzer Flecken auf, das beim Männchen dichter sein kann bis hin zu einer fast totalen Schwärzung der Unterseite.
  4. Entlang der Flanken findet sich auf der relativ grobkörnigen Haut ein Muster silbriger Punkte, das insbesondere bei B ausgeprägt ist.
  5. In Wassertracht (B) bildet sich beim Männchen ein hoher, tief gezackter Rückenkamm aus, der oft schon auf der Kopfmitte seinen Ausgang nimmt. Vom hohen Schwanzflossensaum ist er durch eine Kerbe unterbrochen. Bei A und C ist der Kamm zu einem Flossensaum ausgestaltet.
  6. Der zusammengedrückte Schwanz mißt halbe Körperlänge.
  7. Die Männchen besitzen eine stärker gewölbte dunkle Kloake (vgl. Abb. D Teichmolch).

A     Weibchen in Landtracht
B     Männchen in Wassertracht
C     Männchen in Landtracht

Der Fadenmolch findet sich in niederschlagreichen Gegenden, vor allem in Laubwaldgebieten insbesondere an schattigen und halbschattigen Standorten.

weiblich: Gesamtlänge circa 95 mm
männlich: Gesamtlänge circa 85 mm

  1. Der Kopf ist relativ schmal, länglich und an der Schnauze abgerundet. Auf seiner Oberseite finden sich drei Längsfurchen. Ein dunkler Kopfseitenstreifen zieht von der Nase durch das Auge.
  2. Eine Kehlfalte ist meist deutlich.
  3. Der Bauch ist ungefleckt und gelborange bis gelb.
  4. Auf jeder Seite verläuft eine Rückendrüsenleiste.
  5. In Wassertracht (B) bilden die Männchen einen niedrigen Rückensaum aus, der ohne Unterbrechung in einen relativ hohen Schwanzflossensaum übergeht. Bei A und C ist der Rückensaum noch schwächer ausgebildet.
  6. Der Schwanz ist seitlich zusammengedrückt und kürzer als die halbe Körperlänge. In Wassertracht ist beim Männchen ein bis zu 8 mm, beim Weibchen ein bis zu 3 mm langer Schwanzfaden ausgebildet.
  7. Die Männchen besitzen eine stärker gewölbte Kloake (vgl. Abb. D Teichmolch).

A    Weibchen in Landtracht
B    Männchen in Wassertracht
C    Männchen in Landtracht

Die Knoblauchkröte findet sich vor allem in offenen Lebensräumen (Heiden, Dünen, Felder, Flußschwemmland), aber auch in lichtem Gehölzbestand.

weiblich: Kopf-Rumpflänge bis zu circa 80 mm
männlich: Kopf-Rumpflänge bis zu circa 65 mm

  1. Der kurze Kopf ist in der Mitte mit einem Scheitelhöcker helmartig aufgewölbt; nach vorn zu fällt er deutlich ab.
  2. Die ellipsenförmige Pupille steht senkrecht.
  3. Das Trommelfell ist von außen nicht sichtbar.
  4. Die Haut ist mit flachen kleinen Wärzchen bedeckt und erscheint ansonsten glatt.
  5. Abgestellt auf die grabende Tätigkeit sind die kräftigen und eher kurzen Beine zu kräftigen Hebeln entwickelt.
  6. Auf der Fußinnenseite ist an der ersten Zehe ein Fersenhöcker zu einer harten, scharfkantigen Grabschaufel ausgestaltet; gut ausgebildete Schwimmhäute reichen bis fast zu den Zehenspitzen.
  7. Am Oberarm des Männchens findet sich außen eine ovale Drüse, die zur Fortpflanzungszeit vergrößert ist. Eine Schallblase fehlt.
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